Page 16 - Leseprobe Buch Bevaterung
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16 Einleitung
liebenswerter oder auch bemitleidenswerter Trottel dargestellt:
Seine Frau und teils sogar seine Kinder machen sich über ihn lus-
tig oder müssen ihm helfen. Er ist nicht nur unfähig, Führung oder
Verantwortung zu übernehmen, sondern stellt eher eine Belas-
tung dar. Viele Väter werden so abwertend und entwürdigend dar-
gestellt, dass ich mich wirklich wundere, dass noch kein Aufschrei
in den sozialen Medien erfolgt ist. Denn der würde – vermutlich
mit juristischen Konsequenzen – nicht lange auf sich warten las-
sen, würde man das mit Müttern machen. Dieses Vaterbild wird
von den Mainstream-Medien ähnlich wiederholt, so dass der Ein-
druck entsteht, das sei up to date, gewollt und erwünscht und von
allen akzeptiert. Und tatsächlich gibt es immer mehr schwache
Väter, die zwar zu Hause, aber so unsicher und manipulierbar
sind, dass man gar nicht von Mannsein sprechen kann. Stets
lächelnd, harmonisierend, jeden Konflikt vermeidend und sich im
vorauseilenden Gehorsam der Frau unterordnend, muss man sich
für diese Väter fremdschämen. Er ist so bedürftig, dass nicht nur
seine Frau, sondern sogar seine Kinder ihn bemuttern müssen.
Zur Bevaterung ist er völlig unfähig, denn dafür fehlt ihm jede
Männlichkeit und das Rückgrat. Dieses Buch möchte Vätern wie-
der ihre Würde zurückgeben und sie darin ermutigen, Stärke und
Führung in der Familie zu zeigen.
Die Autorität der Mütter
Die Erziehung der Kinder war bis vor kurzer Zeit Domäne der Frau-
en. Während Frauen aber in Gesellschaft und Beruf viele Bereiche
für sich erobert haben, die vormals den Männern vorbehalten
waren, sind Frauen meist nicht bereit, auch die Kontrolle über Kin-
der und Erziehung abzugeben oder zu teilen. Männer fordern ihren
Anteil daran bislang auch wenig nachhaltig ein. Sie nehmen die
weibliche Dominanz in der Kindererziehung klaglos hin, statt sie
für sich zu entdecken. Sie sind verunsichert und konzeptlos –
jederzeit bereit, sich der Partnerin unterzuordnen. Nicht selten
setzt die Frau in der Beziehung ihren autoritären Führungsan-
spruch um, wenn es um die Kinder geht: Viele alltägliche, aber
auch grundlegende Entscheidungen für das Leben der Kinder fällt
die Mutter. Sobald das Baby schreit, nimmt die Mutter dem Papa
das Kind weg, weil sie überzeugt ist, dass nur sie es beruhigen

