Page 19 - Leseprobe Buch Bevaterung
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Den eigenen Erziehungsstil als Mann finden 19
Prinzessin halten, egozentrisch nur um ihre eigenen Gefühle und
Meinungen kreisen. Sie sind nicht bereit und auch nicht fähig, sich
auf einen Partner einzulassen. Narzissmus und Beziehungsunfä-
higkeit, so hat sich fast immer herausgestellt, sind auf einen feh-
lenden Vater oder eine fehlende männliche Erziehung zurückzu-
führen. Der fehlende männliche Pol in der Erziehung führt zu mas-
siven Defiziten und Persönlichkeitsstörungen. Dazu tragen auch
die abwesende väterliche Autorität und das fehlende Vorbild bei.
Der Einfluss von permanenter Bemutterung und Kontrolle ist im
späteren Beziehungsverhalten besonders auffällig, was ich als
Paartherapeut in den letzten 25 Jahren zur Genüge erforschen
konnte. (Nachzulesen in meinem Buch: „Zueinander finden“)
Den eigenen Erziehungsstil als Mann finden
Bevaterung bedeutet, seine Kinder anders zu behandeln als die
Mutter und die Erziehung und das Spiel nach männlichen Werten
auszurichten. Doch dafür muss man sich als Mann erst einmal
selbst gefunden haben und seine eigene Männlichkeit leben. Den
Weg dorthin beschreibe ich in meinem Grundlagenwerk „Männ-
lichkeit leben“. Wer als Mann seine Kinder mit einer maskulinen
Erziehung unterstützen und seine männliche Präsenz auch in der
Familie leben will, der findet in diesem Buch einen Leitfaden, um
die eigene Männlichkeit zu stärken. Noch immer wachsen Kinder
mit einseitiger weiblicher „Bemutterung“ und Dominanz der Mut-
ter auf. Ihnen fehlt die Präsenz und maskuline Dominanz des
Vaters, um ihre männliche Seite zu entwickeln. Es spricht Bände,
dass es den Begriff „Bevaterung“ bislang in der deutschen Sprache
nicht gibt – soviel zum Thema Gleichberechtigung für Männer.
Was genau ist Bevaterung?
Ich habe den Begriff Bevaterung 2006 überhaupt erst kreiert – als
Ergänzung zur Bemutterung. Jedes Kind braucht seine Mutter, die
ihm wichtige weibliche Aspekte der Erziehung vermittelt. Was
heißt das genau? Weibliche Haltung und Fürsorge bedeuten: Sie
sorgt für das leibliche Wohl, ernährt und pflegt das Kind, ist zärt-
lich, beschützt und betreut es, wenn es krank ist. Sie achtet stets
darauf, dass seine Grundbedürfnisse nach Trinken, Essen, Wärme

