Page 17 - Leseprobe Buch Bevaterung
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Auswirkungen einseitiger weiblicher Erziehung  17



            kann.  Sogar  fremde  Frauen  erdreisten  sich,  einem  Vater  sein
            schreiendes Kind wegzunehmen und zu beruhigen, weil sie Väter
            grundsätzlich für unfähig halten. Verunsicherte Männer lassen sich
            öffentlich demütigen, weil sie keinerlei Selbstwertgefühl als Vater
            empfinden.  Hat  sich  ein  Kind  verletzt,  kümmert  sich  selbstver-
            ständlich die Mutter darum. Die meist völlig verunsicherten und
            von  Frauen  eingeschüchterten  Väter  überlassen  ihrer  Partnerin
            oder sogar anderen Frauen meist freiwillig die Kinder, weil sie sich
            selbst für unfähig halten, Schwierigkeiten zu meistern. Sie sind oft
            sogar nur Besuchs- und Spiel-Papas – mehr auch nicht. Männer
            erleben  sich  selbst  nicht  als  Erziehungsautorität,  sondern  als
            Befehlsempfänger  und  ausführendes  Organ  der  Partnerin.  Sie
            bestimmt die Regeln und legt den Umgangston mit den Kindern
            fest. Aus Mangel an eigenen Meinungen und Werten in Bezug auf
            die  Erziehung  der  eigenen  Kinder  versuchen  sie,  die  Mutter  zu
            kopieren. Doch das geht entweder schief oder wirkt absolut lächer-
            lich, etwa immer dann, wenn ein Vater mit gekünsteltem Baby-
            Singsang zum Gespött wird: „Ei, ei, ei, mein Süßer, wieder happi-
            happi machen?“ Wer solche Vater-Kind-Szenen mit ansehen muss,
            schämt sich meistens fremd. Männlichkeit sieht anders aus! Wie
            ein männlicher Umgang mit Kindern konkret aussieht, möchte dir
            dieses Buch zeigen und dir einen Leitfaden für eine – für deine –
            männliche Erziehung und Bevaterung an die Hand geben. Es hilft
            dir, männliche Autorität bei der Erziehung deiner Kinder zu sein.

            Auswirkung einseitiger weiblicher Erziehung

            Mangelndes Selbstbewusstsein von Vätern und die devote Unter-
            ordnung unter die Partnerin bei der Erziehung führen dazu, dass
            Kinder  nach  einseitig  weiblichen  Werten  und  Normen  erzogen
            werden.  Sie  lernen  von  Geburt  an:  Mama  bestimmt.  Sie  sorgt
            dafür, dass sie die primäre Bezugsperson für die Kinder ist und
            bleibt – erst dann kommt der Vater als eine sekundäre Bezugsper-
            son. Woran erkennt man das? Sobald das Kind müde, hungrig
            oder gestresst ist oder auch Schmerzen hat, wendet es sich der
            Mutter zu. Nur durch die Mutter lässt es sich beruhigen, sich hel-
            fen oder schläft ein. Ganz bitter und schmerzhaft erleben Väter
            diese Rangordnung bei einer Trennung, wenn die Kinder nur noch
            bei der Mutter bleiben wollen.
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